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Sanierung & GMG28. März 2026Lesezeit: 6 Min.

Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung: Schimmelvermeidung nach energetischer Sanierung

Veröffentlicht von: Redaktion wohn-rechner.de
Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung: Schimmelvermeidung nach energetischer Sanierung
Nach einer energetischen Sanierung (Fassadendämmung und Fenstertausch) ist die Gebäudehülle eines Altbaus nahezu luftdicht verschlossen. Der natürliche Luftaustausch über Ritzen und Fugen entfällt komplett. Wird das Lüftungsverhalten der Bewohner nicht drastisch angepasst (mindestens 3 bis 4 Mal täglich Stoßlüften), sammelt sich Feuchtigkeit im Haus an. Schimmelbildung an den Wänden ist die Folge. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) löst dieses Problem vollautomatisch und spart durch Wärmerückgewinnung zusätzlich Heizenergie.

Wie funktioniert die Wärmerückgewinnung?

Moderne Lüftungsanlagen arbeiten mit einem Wärmetauscher. Die warme, verbrauchte Raumluft (Abluft) wird an der frischen, kalten Außenluft (Zuluft) vorbeigeleitet, ohne dass sich die Luftströme vermischen. Dabei werden bis zu 90 % der Wärme aus der Abluft auf die frische Luft übertragen. Dadurch strömt die Luft bereits vorgewärmt in die Wohnräume, was den Heizbedarf spürbar senkt.

Zentral vs. Dezentral: Die Systeme im Vergleich

  • Zentrale Lüftungsanlage: Ein zentrales Lüftungsgerät (meist auf dem Dachboden oder Keller) verteilt die Luft über ein Rohrsystem im ganzen Haus. Ideal für Neubauten oder Kernsanierungen. Sehr leise, aber aufwendig im Einbau.
  • Dezentrale Lüftungsanlage: Kleine Lüfter werden direkt in die Außenwände der einzelnen Räume (z.B. Wohnzimmer, Schlafzimmer) eingesetzt. Sie arbeiten im Pendelbetrieb (Wärme speichern / abgeben). Ideal für die einfache Nachrüstung im Altbau.

Kosten und Fördermittel für Lüftungssysteme

System-TypKosten für ein EinfamilienhausStaatliche Förderung (BAFA)Nachrüstungs-Aufwand
Zentrale Lüftung (Neubau/Kernsanierung)7.000 - 12.000 EUR15% (bzw. 20% mit iSFP)Sehr hoch (Rohrverlegung in Decken/Wänden)
Dezentrale Lüftung (4 Pendellüfter für Altbau)2.500 - 4.500 EUR15% (bzw. 20% mit iSFP)Gering (nur Kernbohrungen in Außenwänden nötig)
Reiner Abluftventilator (Bad/Küche)300 - 800 EURKeine FörderungSehr gering (Feuchteschutz-Lüftung)

Das Lüftungskonzept nach DIN 1946-6 ist Pflicht

Wichtiger Hinweis für Eigentümer

Bei Modernisierungen im Altbau schreibt die DIN 1946-6 vor, dass ein Lüftungskonzept erstellt werden muss, wenn mehr als 1/3 der Fenster ausgetauscht oder mehr als 1/3 der Dachfläche gedämmt werden. Der Planer berechnet dabei, ob der natürliche Luftstrom noch ausreicht, um den Feuchteschutz der Bausubstanz zu sichern.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Sind Lüftungsanlagen laut?

Moderne zentrale Geräte sind im Normalbetrieb (Nennlüftung) nahezu unhörbar. Bei dezentralen Wandlüftern kann im Schlafzimmer ein leises Lüftergeräusch wahrgenommen werden. Die meisten Geräte verfügen daher über einen flüsterleisen Nachtmodus.

Wie oft müssen die Filter gewechselt werden?

Die Luftfilter in den Geräten sollten alle 6 bis 12 Monate überprüft und gereinigt oder getauscht werden. Dies können Eigentümer mit wenigen Handgriffen selbst tun. Filter kosten meist nur zwischen 10 und 30 Euro.

Darf ich trotz Lüftungsanlage die Fenster öffnen?

Ja, absolut. Eine Lüftungsanlage schränkt die Nutzung der Fenster nicht ein. Allerdings ist ein manuelles Lüften energetisch und praktisch nicht mehr notwendig, da das System rund um die Uhr für frische Luft sorgt.