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Heizung & Energie20. Mai 2026Lesezeit: 7 Min.

Infrarotheizung im Altbau: Kosten, Nutzen und Wirtschaftlichkeit

Veröffentlicht von: Redaktion wohn-rechner.de
Infrarotheizung im Altbau: Kosten, Nutzen und Wirtschaftlichkeit
Der verlockende Preis von Infrarotpaneelen (oft nur wenige hundert Euro pro Raum) verleitet viele Altbaubesitzer dazu, über eine elektrische Heizung nachzudenken. Da keine Rohre verlegt werden müssen, ist die Installation extrem einfach. Doch Vorsicht: Da Strom die teuerste Energieform ist, hängen die laufenden Betriebskosten massiv von der Dämmung Ihres Hauses ab. Wir zeigen Ihnen die reale Kosten-Nutzen-Rechnung.

Wie funktioniert Infrarotstrahlung im Raum?

Klassische Heizkörper erwärmen die Raumluft (Konvektion), die dann nach oben steigt. Eine Infrarotheizung hingegen sendet Strahlungswärme aus (vergleichbar mit Sonnenstrahlen). Diese wärmt nicht die Luft, sondern die festen Körper im Raum (Wände, Möbel, Personen). Die Wände speichern die Wärme und geben sie gleichmäßig ab. Dies sorgt für ein behagliches Raumklima ohne Staubaufwirbelungen, setzt aber gut gedämmte Wände voraus, da die Wärme sonst direkt nach draußen entweicht.

Wann ist Infrarot sinnvoll?

  • Als Zusatzheizung: Ideal für selten genutzte Räume (z. B. Partykeller, Hobbyraum oder Gäste-WC).
  • Im Passivhaus / KfW-Effizienzhaus: Durch den extrem geringen Heizwärmebedarf fallen die hohen Stromkosten kaum ins Gewicht.
  • Als Übergangsheizung: Im Badezimmer für schnelle Wärme am Morgen.
  • Kombiniert mit einer großen PV-Anlage: Um den selbst erzeugten Solarstrom im Frühjahr/Herbst direkt zu verheizen.

Wirtschaftlichkeitsvergleich (Beispiel EFH, 120 qm)

KostenfaktorInfrarotheizung (Elektro)Luft-Wasser-Wärmepumpe
Anschaffungskosten (inkl. Montage)ca. 4.000 - 7.000 EURca. 25.000 - 35.000 EUR
Staatliche Förderung0 % (Elektrodirektheizungen unzulässig als Hauptheizung)Bis zu 70% KfW-Zuschuss
Stromverbrauch pro Jahr (Altbau)ca. 18.000 kWhca. 4.500 kWh (Jahresarbeitszahl = 4)
Heizkosten pro Jahr (Strom: 32 Cent)ca. 5.760 EUR (Kostenfalle!)ca. 1.440 EUR

Gesetzliche Hürden nach dem GEG

Wichtiger Hinweis für Eigentümer

Laut Gebäudeenergiegesetz (GEG) is der Einbau von elektrischen Direktheizungen als alleiniges Hauptheizsystem in dauerhaft bewohnten Gebäuden in der Regel verboten. Ausnahmen gibt es nur bei extrem gut gedämmten Häusern (KfW 40 Standard) oder wenn der Nachweis der Wirtschaftlichkeit erbracht wird.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie berechnet man die benötigte Watt-Leistung pro Quadratmeter?

Im gut gedämmten Neubau genügen ca. 40 bis 50 Watt pro Quadratmeter. Im ungedämmten Altbau werden hingegen 80 bis 100 Watt benötigt. Für ein 20-qm-Wohnzimmer im Altbau sind also Paneele mit insgesamt 2.000 Watt Leistung erforderlich.

Welche Paneele sind am langlebigsten?

Paneele mit Keramik- oder Glasoberflächen sind besonders langlebig und weisen einen hohen Strahlungswirkungsgrad auf. Sie sollten auf GS-Zeichen und lange Garantiezeiten des Herstellers achten.