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Sanierung & GMG20. Mai 2026Lesezeit: 8 Min.

Fassadendämmung im Altbau: Kosten, Dämmstoffe und gesetzliche Vorgaben nach GMG

Veröffentlicht von: Redaktion wohn-rechner.de
Fassadendämmung im Altbau: Kosten, Dämmstoffe und gesetzliche Vorgaben nach GMG
Über eine ungedämmte Außenwand verliert ein Einfamilienhaus bis zu 30 % der Heizwärme. Vor dem Hintergrund des neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes (GMG) und drastisch steigender CO2-Abgaben ist die Fassadendämmung eine der wirksamsten Maßnahmen, um den Wert des Hauses zu sichern. Doch viele Eigentümer schrecken vor den hohen Kosten zurück oder sind verunsichert durch Gerüchte über Schimmelgefahr. Wir klären die Fakten, gesetzlichen Vorgaben und finanziellen Hilfen für 2026.

Wann besteht eine gesetzliche Dämpflicht nach GMG?

Das GMG schreibt keine generelle Dämpflicht für funktionierende Fassaden vor. Die Dämpflicht greift jedoch sofort, sobald Sie die Außenwand grundlegend verändern. Konkret: Werden mehr als 10 % der Putzfläche abgeschlagen, neu verputzt oder mit einer Raufaser verkleidet, müssen die Vorgaben des GMG eingehalten werden. Der U-Wert der Wand darf nach der Sanierung maximal 0,24 W/(m²K) betragen.

Die gängigen Dämmmethoden im Vergleich

  • Wärmedämmverbundsystem (WDVS): Der Klassiker. Dämmplatten (z.B. Styropor oder Steinwolle) werden direkt auf die Wand geklebt und verputzt. Kostengünstig und effektiv.
  • Kerndämmung (Einblasdämmung): Nur bei zweischaligem Mauerwerk (oft im Norden). Dämmstoffflocken werden in den Hohlraum geblasen. Extrem günstig und schnell, erfordert keine Gerüste.
  • Vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF): Die edelste Variante. Auf eine Unterkonstruktion wird Dämmung und eine separate Fassadenverkleidung (z.B. Holz oder Schiefer) montiert. Sehr langlebig, aber teuer.

Kosten und Energiespareffekt der Dämmmethoden

DämmmethodeKosten je qm (inkl. Gerüst)Typische Einsparung HeizkostenBAFA-Förderung (Zuschuss)
Kerndämmung (Einblasdämmung)25 - 50 EURca. 8 - 12%15% (bzw. 20% mit iSFP)
WDVS (Styropor/EPS)120 - 180 EURca. 20 - 25%15% (bzw. 20% mit iSFP)
WDVS (ökologische Mineralwolle)150 - 220 EURca. 22 - 27%15% (bzw. 20% mit iSFP)
Hinterlüftete Fassade (VHF)250 - 400 EURca. 25 - 30%15% (bzw. 20% mit iSFP)

BAFA-Zuschuss sichern: Wichtige Fristen

Wichtiger Hinweis für Eigentümer

Für die energetische Sanierung der Gebäudehülle zahlt das BAFA einen Zuschuss von 15 %. Liegt ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) vor, steigt der Zuschuss auf 20 %. Der Antrag muss zwingend vor Baubeginn unter Einbindung eines zertifizierten Energieeffizienz-Experten gestellt werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Führt eine Fassadendämmung zu Schimmel im Haus?

Nein, im Gegenteil. Schimmel entsteht an kalten Wänden, an denen feuchte Luft kondensiert. Eine gedämmte Wand ist auch auf der Innenseite warm, was Kondensation und somit Schimmel verhindert. Wichtig ist jedoch ein ausreichendes Lüftungskonzept (Stoßlüften oder Lüftungsanlage).

Gibt es Ausnahmen von der Dämpflicht beim Verputzen?

Ja. Wenn Sie die Fassade lediglich streichen lassen oder Risse ausbessern, ohne den Altputz großflächig abzuschlagen, greift das GMG nicht.

Welche Dämmstoffstärke ist im Altbau nötig?

Um den gesetzlichen U-Wert von 0,24 zu erreichen, ist bei herkömmlichen Ziegelwänden meist eine Dämmstoffstärke von 12 bis 16 Zentimetern (Wärmeleitstufe 032 oder 035) erforderlich.