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Sanierung & GMG01. April 2026Lesezeit: 7 Min.

Badezimmer altersgerecht sanieren: Die wichtigsten Maße für Barrierefreiheit

Veröffentlicht von: Redaktion wohn-rechner.de
Badezimmer altersgerecht sanieren: Die wichtigsten Maße für Barrierefreiheit
Die Mehrheit aller Haushaltsunfälle im Alter passiert im Badezimmer. Rutschige Fliesen, hohe Badewannenränder und enge Türen bergen erhebliche Verletzungsgefahren. Die altersgerechte Sanierung des Badezimmers ist daher eine der wichtigsten Vorsorgemaßnahmen, um auch im Alter sicher im eigenen Haus zu leben. Damit der Umbau jedoch wirklich nutzbar ist, müssen bestimmte Bewegungsradien und Maße nach DIN 18040-2 eingehalten werden. Wir zeigen Ihnen die wichtigsten Richtwerte und Zuschüsse für 2026.

Die bodengleiche Dusche: Das Herzstück des barrierefreien Bads

Der Verzicht auf eine Schwelle ist das wichtigste Kriterium. Eine bodengleiche Dusche (Walk-In-Dusche) lässt sich schwellenlos betreten oder mit dem Duschrollstuhl befahren. Die Mindestgröße für eine barrierefreie Dusche beträgt 120 x 120 Zentimeter. Soll die Dusche rollstuhlgerecht sein, ist ein Maß von mindestens 150 x 150 Zentimetern vorgeschrieben.

Die wichtigsten Maße nach DIN 18040-2

  • Bewegungsfläche im Raum: Vor Waschbecken und WC ist eine freie Fläche von mindestens 1,20 x 1,20 Metern (für Rollstuhlfahrer 1,50 x 1,50 Meter) erforderlich.
  • Waschbecken: Muss unterfahrbar sein (Siphonaussparung oder Flachsiphon verwenden), die Oberkante darf maximal auf 80 Zentimeter Höhe liegen.
  • Barrierefreies WC: Sitzhöhe auf 46 bis 48 Zentimeter erhöht (erleichtert das Aufstehen), links und rechts müssen klappbare Stützgriffe montiert werden.
  • Türbreite: Die Badezimmertür muss eine lichte Durchgangsbreite von mindestens 80 Zentimetern aufweisen, um mit Gehhilfen oder Rollstühlen passierbar zu sein.

Kosten und Zuschüsse für die Badsanierung (Fläche ca. 6-8 qm)

Maßnahme / Umbau-UmfangDurchschnittliche KostenStaatliche Förderung PflegekasseKfW-Zuschuss 455-B
Wanne zur Dusche umbauen (Teilsanierung)4.000 - 7.000 EURBis zu 4.000 EUR Zuschuss (bei Pflegegrad)10% Zuschuss (bis zu 700 EUR)
Komplette Badsanierung (DIN-konform, Fliesen, WC, Waschbecken)12.000 - 20.000 EURBis zu 4.000 EUR Zuschuss (Zuzahlung nötig)10% Zuschuss (bis zu 2.000 EUR)
Zusatzhilfen (Griffe, Duschsitz, rutschhemmende Fliesen R10)500 - 1.500 EURTeilweise Krankenkassen-Hilfsmittel (Rezept)Vollständig förderfähig im Budget

Kombination der Fördergelder ist zulässig!

Wichtiger Hinweis für Eigentümer

Besonders attraktiv für Eigentümer: Sie können den Zuschuss der Pflegekasse (bis zu 4.000 Euro) mit dem KfW-Zuschuss 455-B (10 % der Restkosten) kombinieren. Dadurch lässt sich der Eigenanteil für den Badumbau erheblich senken. Der KfW-Antrag muss zwingend vor Baubeginn gestellt werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Reicht ein Rutschschutz-Anstrich auf den alten Fliesen aus?

Als temporäre Notlösung ja. Für ein barrierefreies Bad sollten jedoch Fliesen mit der Rutschhemmungsklasse R10 (oder höher) bzw. der Bewertungsgruppe B für nassbelastete Barfußbereiche verlegt werden.

Zahlt die Pflegekasse auch für Mieter?

Ja, der Pflegekassenzuschuss ist unabhängig vom Eigentumsverhältnis. Auch Mieter können die 4.000 Euro für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen beantragen, benötigen jedoch die schriftliche Zustimmung des Vermieters für den Umbau.

Was ist ein Unterputz-Siphon?

Ein Siphon, der in der Wand verbaut ist. Dadurch bleibt der Raum unter dem Waschbecken vollkommen frei von störenden Rohren, was das Unterfahren mit einem Rollstuhl oder Hocker erst ermöglicht.